N-Rennebu - Die Nacht auf unserem Campingplatz in Granli war traumhaft ruhig. Wir haben richtig gut geschlafen. Beim Erwachen lag noch etwas Nebel über dem See, welcher sich aber in Windeseile wieder lichtete. Beim Morgenspaziergang hatten wir schon schönsten Sonnenschein.
Gegen 08:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nordwärts. Bis Elverum hatten wir richtig schönes Wetter. Elverum, eine Stadt in Norwegen, welche bei jedem Besuch noch grösser wirkt, hatte dann ein paar Wolken für uns übrig. Auf einem Rastplatz kurz nach Elverum, begann es sogar ein bisschen zu hageln.
Eigentlich wollten wir auf der Rv3 bis nach Berkåk fahren. Da wir aber einen Campingplatz gebucht haben und wir viel zu früh vor Ort gewesen wären, entschieden wir uns, nach der Sichtung des grössten Elchs, schon heute über die Rondane-Hochebene zu fahren. Eine Entscheidung, die mehr als lohnenswert ist.
In Atna bogen wir auf eine kleinere Strasse ab und hatten kaum
Verkehr. Die Landschaft der Rondane-Hochebene ist unbeschreiblich schön. Wettertechnisch ist der heutige Tag allerdings eine Mischung durch alle Jahreszeiten, denn wir bekamen sogar vereinzelte Schneeflocken zu sehen. Den bekannten Aussichtspunkt Sollia liessen wir uns natürlich nicht entgehen. Was gar nicht toll war, sind die Baustellen. Auf den letzten 10 Kilometern, bevor es zurück auf die E6 ging, Die gefrorenen Kiesschichten der kurzen Abschnitte, fühlten sich wie Panzersperren an. Mehrfach öffneten die Erschütterungen unsere Schranktüren und Schläge in die Rückenregion gab es auch zu genüge, egal wie sanft Daniel über die Strassen-Flicke fuhr.
Rondane, Dovrefjell, wir haben hier wieder so viele traumhafte Eindrücke mitnehmen dürfen. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön und kein Foto kann zeigen, was wir gesehen haben. Kurz nach Berkåk haben wir für heute einen kleinen Campingplatz gebucht, auf dem noch tote Hose ist. Wir hatten die freie Auswahl bei den Parzellen. Das gibt bestimmt wieder einen wundervollen Abend in Norwegen. Morgen geht es Richtung Trondheim und weiter nach Mosjøen.
N-Mosjøen - Beim Frühstück erreichen uns heute Fotos von Daniel's Schwester aus der Heimat. Es hat geschneit! Wir können es fast nicht glauben, denn wir haben zwar kalt aber schönsten Sonnenschein. Die Eisheiligen wüten anscheinend ganz schön in der Schweiz.
Wir machen uns gut gelaunt in bester Ferienstimmung auf den Weg. Auf unseren Bobi sind wir richtig stolz, denn er läuft wie ein schweizer Uhrwerk. Besser kann der Urlaub gar nicht sein, als dies jetzt gerade der Fall ist. Wir kommen super voran. Die 80 Kilometer bis Trondheim haben wir rasch hinter uns. Die eine Sanistation beim Stav-Hotel ist zwar ausser Betrieb, bei unser Tankstelle mit Trondheimfjord-Blick haben wir dann allerdings (fast) Glück. Leider stehen zwei Truck ziemlich blöd an der Sani. Daniel stellt sich mit Bobi daneben und entsorgt eben mit Schlauch. Der eine Chauffeur gesellt sich dann irgendwann zu uns und fragt, ob wir aus einem deutschsprachigen Kanton kommen? Rasch kommen wir ins Gespräch, denn er hat von 1990 - 1994 in Deutschland gelebt und kennt auch die Schweiz ein wenig. Begrüsst hat er uns in 3 von 4
unserer Landessprachen. Wir wären echt froh, wenn wir so gut Norwegisch sprechen könnten, wie er Deutsch spricht.
Gut versorgt geht es weiter Richtung Norden. Landschaftlich und auch vom Wetter her erleben wir den absolut perfekten Reisetag. Alles läuft wie am Schnürchen. Wir entscheiden uns kurzfristig, in Grong noch ein paar fehlende Sachen wie Isbjørn-Bier, welches man uns am Sonntag nicht verkaufen durfte (Alkoholverkauf-Verbot), im Rema 1000 zu besorgen. Rasch haben wir alles zusammen. Von der Kassiererin werden wir sofort gefragt Deutsch oder English? Die
Dame lebt seit bald 6 Jahren in Norwegen. Sie erklärt uns, dass die Sprache tatsächlich nicht so einfach sei. Für den Alltagsgebrauch reiche es bei ihr. Die Norweger würden sofort erkennen, dass sie aus dem Ausland kommt. Die verschiedenen Level der Sprache seien ziemlich extrem.
Den Rest der Tagesstrecke sind wir fast alleine auf der Strasse. Ab und zu sehen wir einen LKW oder werden vom einem Auto überholt. Die E6 ist wahnsinnig ausgebaut worden - selbst seit dem letzten Jahr. Oft sieht man die alte Strasse noch am Wegrand. Die Berge sind noch leicht schneebedeckt und einzelne Gewässer haben noch Eis. Norwegen heisst uns von seiner schönsten Seite willkommen. Es ist ein Traum! Gegen 16:00 Uhr checken wir in Mosjøen, auf einem gut bekannten Campingplatz, ein. Morgen erwartet uns Innhavet - wir freuen uns.
N-Innhavet - Die Nacht war richtig erholsam, auch wenn man hier nicht mehr wirklich von Nacht sprechen kann. Je höher wir kommen, desto weniger dunkle Stunden gibt es. Momentan sind wir bei 3-4 Stunden. Aber wen man die Augen zu hat, merkt man davon ja nicht viel.
Wir machen uns natürlich wieder zeitig auf den Weg. Es gibt für uns kein Halten mehr, denn der Polarkreis ist nicht mehr weit weg und ab da beginnt "unser" Norwegen. Bei schönstem Wetter und fast alleine auf der Strasse, fahren wir nordwärts. Weisse Berge, blauer Himmel und ein strahlen im Gesicht. So geht es uns. Am Polarkreis machen wir nur ganz kurz Halt, dann geht es sofort zurück auf die Strasse.
Die Norweger arbeiten wieder fleissig an der E6. Wir kreuzen einige Baustellen bis Fauske. Dort machen wir Halt, um sicherheitshalber die LPG-Tanks wieder ganz zu füllen, obwohl wir nicht viel Gas bis jetzt verbraucht haben. Nachdem Daniela Bobi kurz auf den Parkplatz manövriert hat, verschwinden wir in der Gardeneri. Eigentlich wollten wir Blumen für Daniel's Geburtstag, so wie im letzten Jahr aber leider
haben wir nicht das Richtige gefunden. Dafür haben wir nun einen neuen Teppich für die Eingangstüre und ein nettes Gespräch mit dem Verkäufer.
Wir fahren weiter nach Innhavet und sehen bald ein Schild, dass es über 21,5 Kilometer Strassenarbeiten bis im Jahr 2031 geben soll. Überall wurden riesige Gebäude und Containeranlagen für die Arbeiter errichtet. Wir sehen bald, dass auch hier die E6 grosszügig erweitert wird. Auf diesem Teil der E6 ist dies vielleicht auch nicht schlecht, denn die Tunnels sind teilweise echt schmal und wenn zwei
kreuzen müssen, ist dies Millimeterarbeit. Die Geduld von einigen Truckfahrern wird auf die Probe gestellt und gefährliche Überholmanöver sehen wir ab und an.
In Innhavet angekommen, stellen wir uns auf eine neue Parzelle. Keiner der Einheimischen stellt sich an die Front, am Fjord. Die Norweger werden schon wissen warum. Nein Spass - wir haben beim letzten Besuch im Herbst gesagt, dass wir die heutige Parzelle unbedingt einmal mit Bobi testen wollen und das ist wohl das Beste, was wir tun konnten. Wilson fühlt sich jedenfalls sichtlich wohl und wir können die Sonne und Fjordluft vor unserem WoMo geniessen. Morgen, am Feiertag, geht es noch einmal ein ganz schönes Stück dem Nordkapp entgegen.
N-Oksfjordhamn - Die Nacht war hell aber wir haben verhältnismässig lange geschlafen. Gleich nach der Morgenrunde mit Wilson, machen wir uns sofort auf den Weg. Wir haben heute einiges an Wegstrecke gut zu machen.
Bereits nach einigen Kilometern durch eine wundervolle Landschaft, passiert es schon wieder. Wir sehen einen Elch am Wegrand, im Unterholz. Leider haben wir einen Lastwagen, der uns dicht auf den Fersen fährt und wir können deshalb nicht halten oder ein Foto machen. Noch ein Stück weiter stehen wir dann am Fähranleger Bognes - Skarberget. Wir sind 50 Minuten zu früh für die Fähre und können deshalb in aller Ruhe Frühstücken. Während Wilson noch einmal Gassi gehen darf, sieht Daniela, dass auch schon unsere Homelieferung von Rema 1000 kommt. Hinter uns steht der schöne Truck. Wir müssten nur noch die Ware in den Kühlschrank laden (Scherz).
Nach der Fährfahrt geht es weiter über verschiedene Hochebenen und dann wieder runter ans Fjord - traumhaft schön. Narvik erkennen wir schon von Weitem. Es ist Zeit, dass Bobi eine Dusche bekommt!
Die neuere Brücke nach Narvik ist krass. Der Wind bläst heftig, zerrt und rütteln an unserem WoMo. Daniel muss Bobi ziemlich gut halten aber mit der Spurverbreiterung und da er nicht so hoch ist, geht es gerade noch.
Weitere Hochebenen folgen. Der Schnee kommt näher und gefrorene Seen gibt es direkt neben der Strasse. Trotzdem haben wir schönsten Sonnenschein und auch angenehme Temperaturen. Wir fahren an Bardufoss vorbei, immer weiter nordwärts bis nach Storslett - Oksfjordhamn. Hier kennen wir den Stellplatz gut und es ist bei der
Ankunft auch gewohnt windig. Wir versorgen Bobi. Unser Abwaschmittel aus Frankreich muss dringend ausgetauscht werden. Dieses schäumte im Abwassertank, während der Fahrt, so sehr auf, dass die Standanzeige Alarm schlug. 100% voll - kann gar nicht sein. Wir mussten erst einmal den Tank ausspülen und das norwegische Spülmittel für den Gebrauch bereit stellen.
In Oksfjordhamn sind wir immer wieder gerne. Vor allem ist dies der Ausgangspunkt für unser Nordkapp. Morgen, an Daniel's Geburtstag, ist es soweit. Wir fahren die 370 Kilometer bis ganz nach oben. Wir freuen uns!
N-Honningsvåg - Mitten in der Nacht hatten wir wieder eine traumhafte Stimmung in Oksfjordhamn und bereits am frühen Morgen lacht uns die Sonne ins Gesicht. So stehen wir, an Daniel's Geburtstag, gerne etwas früher auf. Schliesslich wollen wir ans Nordkapp.
Bei schönstem Wetter fahren wir dem nördlichsten Punkt vom europäischen Festland entgegen. Immer an den Fjoden entlang bis nach Alta und dort an der berühmten Kirche vorbei. Alta ist wirklich eine ganz spezielle Stadt hier oben in Norwegen. Weiter geht es über Hochebenen bis nach Skaidi und Olderfjord. Dieses Mal gibt es keinen Halt im Souvenirshop, denn die Nordkapphallen haben nur bis 16:00 Uhr auf. Wir fahren direkt weiter.
In Honningsvåg, einem nicht wirklich hübschen aber sehr charakteristischen Städtchen, müssen wir noch ein paar Dinge einkaufen. Dann fahren wir direkt bis ganz nach oben ans Nordkapp.
Die Sonne und Temperaturen sind super aber es windet fürchterlich.
Bei der Einfahrt zeigen wir unsere Mitgliederkarte und werden freundlich durchgewunken, ohne die NOK 150.00 Parkgebühr zu entrichten. Wir lesen sofort, dass das Übernachten am Nordkapp neu nicht mehr gestattet wird. Um in die Nordkapphallen zu gelangen muss man, ebenfalls neu für uns, NOK 360.00 pro Person hinblättern. Zum Glück haben wir unsere Mitgliederkarte dabei und haben deshalb auch hier freien Zutritt. Es ist wirklich schlimm was Massentourismus aus so einem Ort macht. Wir können verstehen, dass das Campieren hier oben verboten ist und und der Ansturm von Menschen mit den hohen Gebühren im Zaun gehalten wird.
Wir fahren also, nach einem langen Spaziergang am Nordkapp, wieder nach Honningsvåg auf den Campingplatz zurück. Hier stehen wir, ebenfalls recht teuer für NOK 490.00 / Nacht, zwischen verschieden WoMo's aus der DACH-Region. Uns geht es gut - wir sind glücklich und zufrieden und lassen Daniel's Geburtstag, ganz in der Nähe vom Nordkapp, ausklingen.
N-Vadsø - Nach einem kurzen Frühstück heisst es für uns Abflug in Honningsvåg. Bei schönstem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel machen wir uns auf den Weg. Noch einmal geht es von der Insel Magerøya, unter dem Meer hindurch auf das Festland zurück. Wir wollen heute neue Wege und noch mehr Norwegen entdecken, denn mit dem Norden sind wir auf dieser Reise noch lange nicht fertig.
Bis nach Olderfjord, kennen wir die Strecke mehr als gut. Schliesslich waren wir jetzt schon 6x am Nordkapp. Heute fahren wir aber nicht zurück nach Skaidi, sondern Richtung Lakselv. Sofort werden wir mit einer Kulisse belohnt, die Ihresgleichen sucht. Bereits nach wenigen Kilometern sagen wir, wenn der Rest der Tagesstrecke nun mies wird, haben wir trotzdem schon den vollen Lohn bekommen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Nach jeder Kurve bietet sich uns ein noch schöneres Panorama.
In einem kleinen unscheinbaren Dorf, das praktisch nur aus einer Tankstelle besteht, holen wir Diesel. Bei Aussteigen, fällt uns eine
kleine Werkstatt hinter uns auf. Davor steht ein hölzernes Boot, das uns extrem gut gefällt. Schnell kommen wir mit dem Erbauer dieser Holzboote ins Gespräch. Er erzählt uns, wie er die Boote baut und dass beim aktuellen Boot sogar ein Motor eingebaut wird. Er würde uns sofort auch so ein Boot bauen. Es gäbe bestimmt einen Weg, mit diesem in die Schweiz zu fahren - zum Beispiel über Flüsse. Wir bedanken uns für das freundliche und informative Gespräch und er bedankt sich bei uns, für das Interesse an seiner Arbeit. Wir sind total begeistert von der offenen Freundlichkeit der Nord-Norweger.
In Lakselv fahren wir weiter Richtung Tana bru. Erneut durchfahren wir kilometerlang eine atemberaubende Strecke über Hochebenen und wieder zurück an Fjorde, um dann wieder auf über 300 Meter über Meer auf zu steigen. Heute werden wir ständig von Rentieren und Schneehasen begleitet. Abwechslungsweise kreuzen sie unsere Strasse. Gewisse Streckenabschnitte haben es zwar ganz schön in sich, weil der Strassenbelag nicht mehr ganz so toll ist und teilweise ganz schöne Schläge in die Rückengegend gibt. Aber auch hier wird schon fleissig am Strassenausbau gearbeitet.
In Tana kommen wir viel zu früh an. Wir entscheiden, nicht schon auf dem Campingplatz ein zu checken, sondern weiter Richtung Vadsø und Vardø zu fahren. Diese Region ist für uns eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Entlang des Varangerfjord, welches direkt an die Barentssee angrenzt, fahren wir durch ganz spezielle norwegische Dörfer. Ein paar Kilometer ausserhalb von Vadsø, direkt am Fjord, checken wir schliesslich beim Panorama-Camping ein. Es ist nicht viel los. Hier bleiben wir gerne, auch wenn die Übernachtungspreise schon extrem hoch sind. Die Aussicht, durch die Frontscheibe, ist allemal unbezahlbar.
N-Karasjok - Beim Aufstehen haben wir noch keine Ahnung, was für ein spannender und ereignisreicher Tag uns bevorsteht. Wir frühstücken gemütlich, nutzen die Sani am Panorama-Camping und tuckern langsam Richtung ... nein nicht Norden - nach Osten. Zuerst fahren wir an den östlichsten Punkt in Norwegen, den wir je gesehen haben. Die Fahrt nach Vardø ist ziemlich stürmisch. Immer wieder rennen uns Hasen vor Bobi hindurch. Warum die Kleinen wohl so flitzen? Plötzlich ist es uns klar, denn die Gefahr lauert von oben. Plötzlich sehen wir überall Adler, in der Luft, am Boden. Riesige Vögel mit einer wahnsinnigen Flügelspannweite und einem markanten Schnabel. Wir merken uns sofort, dass wir hier gut auf Wilson aufpassen müssen, wenn wir aussteigen.
Um nach Vardø zu gelangen, geht es noch einmal unter dem Meer hindurch. Die kleine Insel ist irgendwie total wirr. Laut schreien die Möwen, welche an den Hausfassaden nisten. Teilweise hören sie sich wie kreischende Kinder an. Es windet und man sieht kaum Menschen auf der Strasse. Wir sind fasziniert von diesem Ort, auch wenn wir nicht wirklich lange hier verweilen. Wir sind zeitlich so gut dran, dass
wir schon heute nach Kirkenes fahren wollen. Es geht also den selben Weg wieder zurück nach Vadsø, wo der nationale Feiertag im vollen Gange ist, weiter nach Tana bru und dann auf der anderen Seite des Fjordes, Richtung Kirkenes. Fast hinter jeder Kurve verändert sich die Landschaft erneut. Wir lieben dieses Land! Es ist so fassettenreich und unbeschreiblich schön. Plötzlich sehen wir eine Bewegung. Von den vielen Rentieren müssen wir gar nicht schreiben aber da ist etwas grosses braunes. Wir sehen 3 Elche am Wegrand und haben die Möglichkeit diese genauer anzuschauen. Was für Tiere - unglaubliche Tiere.
Wir fahren weiter, bis plötzlich Warnungen am Strassenrand stehen, welche auf Militärzonen hinweisen. Gewisse Schilder werden in die russische Sprache übersetzt. Irgendwann sind wir noch 2 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. Am Grenzübergang gibt es einen Rastplatz. Auf der anderen Seite des Sees ist Russland. Die gleiche Natur, alles völlig unscheinbar, unverändert und doch eine ganz anderer Teil der Erde. Wir wenden und fahren nach Kirkenes. Kirkenes ist auch wieder eine typische nord-norwegische Stadt, die vorwiegend industriell und militärisch geprägt scheint. Der Stellplatz am Hafen gefällt uns überhaupt nicht. Da es noch früh ist, machen wir wieder kehrt und fahren zurück nach Tana bru.
Auf dem Weg sieht Daniel plötzlich am Wegrand wieder einen grossen Elch. Viel wendiger als man denkt, klettert er den Hang hinauf und schaut uns von oben herab an. Wir sind jedes Mal wieder begeistert, wenn wir einen der Könige des Waldes sehen. Der Campingplatz in Tana bru scheint uns, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Nach 15:00 Uhr hier zu bleiben, ist keine Option. Dann schlafen wir lieber auf einem Rastplatz. Wir fahren also von Tana aus Richtung Karasjok. Die E6 führt hier immer entlang des Flusses Tana, welcher gleichzeitig die Grenze zu Finnland bildet. Mal ist es ein reissender Fluss mit Eisschollen, dann ist es wieder ein ruhiges Gewässer, dass mehr an einen See erinnert. Der heutige Tag, scheint für uns der Tag der Grenzen und der Elche zu sein. Denn auf den 180 Kilometern bis nach Karasjok, sehen wir kaum Fahrzeuge oder Menschen aber dafür noch einmal 2 Elche.
Nach 18:00 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz in Karasjok an und bekommen noch eine Parzelle zugewiesen. Von hier aus wollen wir morgen weiter nach Hammerfest.