D-Northeim - Das Warten war zäh wie Kaugummi. Die To-do-Liste war lange und zum Teil auch ziemlich teuer. Nun sind aber alle Arbeiten abgeschlossen und wir können endlich los. Heute früh hat Wilson seine Wurmkur für Norwegen bekommen und Daniel hat die letzten Aufgaben in seinem Job erledigt. Bobi darf bei Zeiten endlich aus der Halle. Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden!
Wir haben uns entschieden wieder die Route via Österreich zu nehmen. Allerdings sind wir erstaunt, wie reibungslos wir am Bodensee entlang und durch unser Nachbarland kommen. Dies an einem Freitag. Schon bald sind wir auf deutschem Boden. Bereits kurz nach der Grenze sehen wir wahnsinnig lange Staus - auf der Gegenfahrbahn. Wir sind uns zu 100% sicher, dass es uns heute auch noch treffen wird. Das Gegenteil ist aber der Fall.
Wir kommen unglaublich gut voran. Jede Pause mit Wilson klappt genau nach Zeitplan und auf der Strasse müssen wir kaum bremsen. Klar gibt es die eine oder andere kleine Baustelle aber zum Stillstand oder Stau kommt es nie. Im grossen Ganzen gibt es auch kaum
Probleme mit andern Verkehrsteilnehmer. Ein PKW aus unserem Kanton versucht sich ungekonnt als Rechtsüberholer, was völlig uncool ist. Und ein junges Mädel in einem Kleinwagen fährt einem LKW, neben uns, derart vor die Schnauze, dass dieser eine Vollbremsung hinlegen und seine Fanfaren laut ertönen lassen muss. Zum Glück gingen aber alle Manöver ohne Unfall aus.
Die grösste Freude überhaupt ist unser Bobi und dies müssen wir hier einmal ganz deutlich schreiben. Wir hatten keinen Öltropfen mehr bei der Abfahrt in der Halle. Wir hören kein einziges fremdes Geräusch
am Motor. Bobi schnurrt und brummt mit voller Kraft die Kasseler Berge hinauf und die Bremsen halten perfekt, wenn es wieder 8% hinunter geht. Der Dieselverbrauch liegt im üblichen Rahmen und die Tankfüllung für EUR 2.069 (CHF 1.89) ist für die aktuelle Lage völlig in Ordnung. Die Heizung wärmt schnell, als es ab Abend nötig wird. Der erste Reisetag ist ein voller Erfolg. Um 18:25 Uhr stehen wir in Northeim, an unserem Stammplatz, lassen uns ein Hühnerfrikasée schmecken und geniessen den Start in den Urlaub.
DK-Korsør - Die Nacht in Northeim war laut, das müssen wir zugeben aber wir haben trotzdem recht gut geschlafen. Wie immer wollen wir aber zeitig auf den Weg und so starten wir um 05:15 Uhr auch schon in den Tag. Das frühe Aufstehen macht uns nichts aus, das sind wir uns ja schliesslich gewohnt. Der frühe Vogel fängt den Wurm und so kommen wir absolut gut durch den Norden von Deutschland. Selbst Hamburg und der Elbtunnel "flutschen". Einzig ein Porsche Cayenne fährt Daniel derart knapp vor die Schnauze, dass heute auch Bobi's Horn ertönt. Die neuen Bremsen greifen aber perfekt, sodass nichts passiert.
Ein kleines Problem haben wir doch. Die Ölkanne leuchtet plötzlich am Armaturenbrett. Wurde in der Garage vergessen, den Zähler zurück zu setzen, nach dem Ölwechsel? Wir mögen solche Warnlampen überhaupt nicht. Manchmal ist aber KI eben doch Gold wert. Gemini erklärt uns, wie wir vorgehen müssen (Gas drücken, gleichzeitig 7x Bremse drücken usw.), damit das Warnzeichen nicht mehr aufleuchtet. Siehe da - wir können die Fahrt ohne Alarm weiter-
führen und fahren so schon um 10:10 Uhr über die Grenze nach Dänemark. Bei fantastischem Sonnenwetter und einer traumhaften Aussicht tuckern wir mit 80 km/h über die Autobahn. Nein, wir könnten schon schneller aber dürfen eben leider nicht.
Um 13:00 Uhr kommen wir schon auf unserem Stellplatz in Korsør an und sehen gleich, dass richtig viel Betrieb ist. Eine riesige Menschenschlange vor der Eisdiele, Autos und Motorräder auf dem Parkplatz und viele Spaziergänger. Eine Camperin aus dem Kanton VS öffnet uns die Stellplatzschranke und wir beziehen rasch unsere
Parzelle mit direktem Meerblick. Menschen liegen in der Sonne, fischen, Kinder baden im Meer, eine richtige Urlaubsstimmung herrscht in Korsør. Auch wir machen es uns im und um das WoMo herum gemütlich und geniessen Dänemark, denn morgen früh geht es durch Schweden bis nach Norwegen.
N-Granli - Wir sind früh wach, es kribbelt, wir wollen nach Norwegen. Nach dem Frühstück geht es sofort raus aus Korsør und auf die Autobahn. Einen kurzen Zwischenstopp machen wir noch an der Sani und dann geht es im gestreckten Galopp nach Koppenhagen und weiter nach Schweden.
Zum ersten Mal müssen wir an der Mautstation anhalten, obwohl unser neues Gerät super arbeiten würde. Vor uns werden zwei Lastwagen angehalten und kontrolliert. Auch wir müssen unsere Ausweise zeigen. Wir werden gefragt, ob wir etwas zu deklarieren haben. Natürlich haben wir die vorab online bestellte Registiernummer für Wilson zur Hand und können diese sofort vorweisen. Die Zöllnerin überlegt kurz, ob sie die Nummer abfragt, winkt uns dann aber doch freundlich weiter.
Im Malmö gibt es direkt den obligatorischen Halt beim City Gross. Es ist Sonntag früh aber die Läden haben geöffnet. Schnell haben wir unsere sieben Sachen eingekauft und tuckern gut gelaunt weiter
nordwärts. Um die Mittagszeit durchfahren wir Göteborg und das ohne "Wegzoll" bezahlen zu müssen oder in den Stau zu geraten. Wir haben schon einige NiBi's in den letzten Tagen gesehen. Heute werden wir von einem Arto überholt. Die Crew winkt uns freudig zu. Ein paar Kilometer ausserhalb von Göteborg sind wir es, die BobiCrew, die den anderen Arto überholt und auch wir winken noch einmal grinsend zurück. Neben den grossen Trucks in Schweden sieht so ein Arto schon eher winzig aus und unser Bobi hat echt den schönsten Popo.
Um 15:00 Uhr haben wir die Formalitäten für Wilson am Zoll Norge
bereits erledigt. Wir wurden, mit lebenden Tieren, wieder bevorzugt behandelt und kamen umgehend dran. Die Zöllnerin hatte erstmals die Frage, warum Daniel im Heimtierausweis steht und auf meiner Identitätskarte Daniela steht. Tja - der Mann mit Hund wartet im Auto. Somit war alles gut und die Einreise für Urlaub kein Problem.
Alle Bobil-Stellplätze in Halden waren komplett besetzt. Um 15:30 Uhr auf dem Rastplatz in Tistedal zu bleiben ist, keine Option. Die BobiCrew setzt die Reise noch ein Stück fort. Einen Rema 1000, der ebenfalls am Sonntag geöffnet hat, füllte uns den Kühlschrank noch ein bisschen mehr mit norwegischen Leckereien. Komplett versorgt wollten wir eigentlich auf einem Rastplatz übernachten. Die "Clientelle" dort, machte uns aber einen nicht ganz so vertrauenswürdigen Eindruck. Wir sind noch ein paar wenige Kilometer weiter gezogen und haben einen kleinen Campingplatz, direkt an einem See gefunden. Nichts besonderes aber dafür fast leer. Perfekt für uns und für eine Nacht. Die Bezahlung konnten wir direkt via Homepage erledigen, auch wenn die Campingplatz-Besitzerin am späteren Abend noch bei uns vorbei schaute. Wir hätten auch bar bezahlen können. Schön, ruhig und mit leckeren Spaghetti mit Kjøttbullar in Polpa, lassen wir den Abend ausklingen.