NORWEGEN 2025 - MIT MAMI & PAPI

19. MAI BIS 25. MAI 2025



N-Mosjøen - Die Platzwahl am Hafen von Kvina war gar nicht übel. Etwas teuer für das, was geboten wird aber dafür sehr ruhig. Bei Zeiten machen wir uns auf den Weg, weiter auf der 17-Küstenstrasse und wir werden dafür belohnt. Zwar ist das Wetter nicht top aber wir sehen in letzter Minute erneut einen Elch. Ein paar Kilometer weiter sehen wir ein paar Rentiere - dies erst zum 2. Mal auf dieser Reise. Über einer Passhöhe, fahren wir zur Seite, um Autos vorbei zu lassen, da fliegt uns ein Moorhuhn direkt vor der Windschutzscheibe vorbei. 

 

Immer wieder kreuzt sich unser Weg mit den Hurtigruten. Das Horn der grossen Schiffe ertönt dumpf und sehr weit hörbar. Es ist extrem eindrücklich. Nachdem wir über die Helgelandsbrua gefahren sind, machen wir einen Stopp bei einem unscheinbaren Rastplatz, denn da gibt es eine Elchstatue, die wir schon seit längerer Zeit einmal anschauen wollen. Nach einer kleinen Klettertour, stehen wir auch schon oben, neben dem Elch in Lebensgrösse.

 

Ein kurzes Stück fahren wir weiter, weil wir einkaufen wollen, entdecken dann aber direkt neben der Strasse das Torolvstein


Langhuset. Eine Nachbildung eines Wikingerhauses, wo Bankette abgehalten werden. Daniela lässt es sich nicht nehmen, ein paar Fotos zu schiessen.

 

Nach dem teuren Einkauf geht es weiter zur Fähre Tjøtta und ab da fängt das Chaos an. Mittlerweile dürfen wir wohl von uns behaupten, dass wir ein wenig Norwegen-Erfahrung haben uns dass wir schon oft Fähren gefahren sind, ist klar. Hier geht nun aber wirklich schief, was nur schief gehen kann. Zuerst denken wir, dass die Fähre erst um 16:30 Uhr fährt. Um 13:45 merken wir auf einem Rastplatz bei einem


Denkmal, dass wir den Zeitplan in falscher Fahrtrichtung angeschaut haben. Unsere Fähre geht um 14:05 Uhr. Wir packen alles in Windeseile zusammen und fahren die 3 Kilometer zum Fähranleger. Aber wo bleibt denn nun die Fähre? Pünktlich fährt ein kleines Schiff von Tjøtta ab und da wird Daniela sofort der Fehler klar - hier handelt es sich nur um eine Personenfähre. Was nun?! Wir entscheiden in der Familien-Reisegruppe einstimmig, ein Stück zurück zu fahren und Richtung E6 nach Mosjøen zu kurven...Ei ei ei, wenn einer eine Reise tut, dann hat er richtig richtig viel zu erzählen. Zum Glück nehmen wir alle es mit viel Humor.

 

Zurück auf dem Campingplatz, können wir einen langen Nachmittag/Abend, sogar mit Sonne, geniessen und sitzen wieder lange beisammen und diskutieren und quasseln über alles mögliche. Auf dem Campingplatz herrscht ein reges Kommen und Gehen. Schlussendlich können wir sogar noch einem Norweger bei der Parzellensuche helfen. Leider stimmen die Parzellennummern schlicht nicht mit den Buchungsnummern auf dem Campingplan überein. Dankbar nimmt der freundliche Herr die Hilfe von den Schweizern an. 



N-Rinnan - Gestern Abend wurde noch an unsere WoMo- Türe geklopft. Eine Norwegerin kam sich bei uns Schweizern erkundigen, wie der Code für morgen früh an der Camping-Schranke sein. Mit Hand und Fuss haben wir uns verständigt und von ihr ein "Tussen Takk" oder übersetzt "tausend Dank" bekommen.

 

In den heutigen Tag sind wir gemütlich gestartet, weil für den heutigen Tag eine einfache Route bis Rinnan geplant ist. Einzig ein aggressiver Hund aus einem 4x4-Camper aus Deutschland, hat uns die Morgenrunde ein wenig getrübt. Aber kaum auf der Strasse, wurden wir direkt mit Rentieren am Strassenrand entschädigt. 

 

Immer wieder kommen wir an kleineren Gruppen von Rentieren und auch Kranichen vorbei. In Namsskogan gibt es einen ersten Halt mit Aussicht. Diese Strecke ist immer besonders schön. Der Namsen ist ein ganz besonderer Fluss, der Norwegen pur widerspiegelt. Die Natur ist einmalig. 

 

Auf einem Rastplatz an der E6 machen wir Mittagspause. Kurz nach


unserer Weiterfahrt, stehen wir dann aber auch schon für eine längere Zeit still - Manuell Dirigering. Die Hauptverbindungsstrasse wird erneuert und dann bleibt eben auch einmal eine Fahrbahnseite für mehrere Minuten stehen, bevor das Ledebil einem Geleitschutz durch die Baustelle gibt. 

 

Bei schönem bis sehr schönem norwegischen Wetter fahren wir bis Rinnan zum Stellplatz an der Kaserne. Nachdem wir unsere Stellplatzgebühr via GoMaria-App bezahlt und uns ein wenig Frischwasser besorgt haben, stellen wir uns auf den grossen 


Kiesplatz  und reinigen erst einmal unsere Wohnmobile ein wenig. Dank dem guten Tipps von Roman, ist die Front und das Heck im Nu wieder super sauber und ansehnlich. Beim Nachtessen wundern wir uns darüber, wie sich Wohnmobilisten den Zutritt zu den sanitären Anlagen ergaunern, obwohl sie offensichtlich die Stellplatzgebühr nicht bezahlt haben, denn sonst hätten sie den Zutrittscode auf der Quittung erhalten. Tja, dann sind wir eben lieber ehrlich arm als ergaunert reich. Auch wenn die Stellplatzpreise überall in Norwegen aufgeschlagen haben, bezahlen wir unsere Rechnungen für die Übernachtungen gerne, denn wir schätzen den Comfort von Stellplatz mit Sanistation und Strom doch sehr.



N-Vevang - Die Nacht in Rinnan war gar nicht einmal so ruhig, wie wir uns das gewünscht hatten. Zumindest der Schlaf von uns in der Bobi-Crew, war nicht sehr erholsam. Umso motivierter waren wir am Morgen, für die Weiterfahrt Richtung Trondheim.

 

Nach dem Versorgen bei Levanger, kamen wir an einer Baustelle auf der E6 vorbei. Die Gegenspur war mit Betonelementen begrenzt, ohne Ausweichmöglichkeiten. Genau in dieser Passage hatte ein LKW eine Panne. Es gab kein Weiterkommen mehr. Mehrere Fahrzeuge, darunter auch ein Camper aus dem Kanton Aargau, blieben hinter dem Pannenfahrzeug stecken. Die Schranken an der Zufahrt zur E6 waren bereits geschlossen, damit keine weitere Fahrzeuge mehr auffahren konnten. Glücklicherweise hatten wir freie Fahrt und kamen sogar ausgesprochen gut an Trondheim vorbei.

 

In Orkanger wollten wir Mami & Papi eigentlich ein ganz besonderes Museumsgebäude zeigen. Wegen einer weiteren Baustelle blieb uns der Zugang leider verwehrt. Dafür ging der Weg auf die E39, wo wir auf dem ersten Rastplatz direkt unsere Mittagspause machten.


Auf der Wetter-App gab es gestern schon wilde Gerüchte von Schneeschauer, welche wir natürlich nicht glaubten. Kaum wieder auf der Piste, nach der Mittagspause, wurden die Regentropfen auf der Windschutzscheibe aber immer fester. Gefühlt gab es auf der heutigen Tour alle möglichen Wetterlagen von Wind, Wolken, Sonne, Regen, Graupel, Schneeschauer und das ganze Programm noch einmal von Vorne. 

 

Eigentlich hatten wir uns einen Campingplatz / Stellplatz vor dem Atlantikway herausgesucht. Bei unserer Ankunft war aber sofort klar, 


dass wir hier mit Bobi nicht den Hauch einer Chance gehabt hätten. Vielleicht wären wir noch auf den Stellplatz gekommen aber vermutlich ohne PS-starke Unterstützung nie wieder weg gekommen. So fuhren wir die paar Kilometer über die berühmte Brücke und den Atlantik weg weiter, bis zu einem Rastplatz in Vevang. Wir waren fast die Ersten vor Ort, schon bald füllte sich der Platz mit Wohnmobilen, Campern und Dachzelten aus Frankreich, Spanien, Österreich und eben uns zwei Schweizern. Das Wetter änderte sich den ganzen Abend weiterhin im Minutentankt. Trotzdem folgten wir noch dem Fussweg entlang dem Meer und wurden mit einer wahrhaftig atemberaubenden Aussicht belohnt. Die Kraft von Wind und Meer ist wahnsinnig eindrücklich und manchmal fast ein bisschen einschüchternd.



N-Nordfjordeid - Die Nacht in Vevang war erstaunlich ruhig auf unserem Gratis-Rastplatz. Allerdings hörten wir immer wieder Regen, Graupel und Wind um unser WoMo herum. Auch bei der Abfahrt am Morgen war die Wetterlage ziemlich rau. Zuerst ging es nur ein paar Kilometer weiter, um Schmutzwasser los zu werden. Kurze Zeit später, ging es auch schon auf die erste Fähre am heutigen Tag.

 

Mehr oder weniger hatten wir immer Glück und erwischten die Fähren gerade noch kurz vor der Abfahrt. Leider war der Reisetag für Daniela nicht ganz so einfach, wie sonst. Geplagt von einer Muskelverhärtung im Rücken, bekam sie von der wundervollen Fahrt nicht ganz so viel mit, wie sonst. Kurz vor Mittag machten wir Halt an einem wunderschönen Rastplatz. Die Bergspitzen mit Neuschnee gezuckert und die typisch norwegische Landschaft, das alles ist einfach einmalig. Eigentlich wollten wir dann weiter bis nach Ålesund, um noch neues LPG zu besorgen aber die Tankstelle fanden wir nicht. Also ging es direkt weiter auf die nächste Fähre. Auf der E39 kennen wir schon ganz viele Stellplätze, zum Beispiel in Vestnes oder Volda. Leider waren alle zu früh, um schon zu bleiben.


Mit der dritten Fähre haben wir einen neuen Abschnitt der E39 kennen gelernt. Eine ganz besondere Abkürzung nach Nordfjordeid, wo wir uns einen Stellplatz herausgesucht hatten. Direkt im Hafen, konnten wir zwei Parzellen beziehen. Bezahlt wird am Automaten via QR-Code. Der Schreck war ziemlich gross, als uns für eine Nacht NOK 440.00 belastet wurde aber was solls. Wir stehen an einem wunderschönen Hafen, Drachenbote und rasante Touristenbote direkt vor der Nase und das schöne Nordfjordeid in Gehweite. Es soll sogar ein grosses Wikingerschiff im Museum, ein Stück weiter vorne geben. Leider war das Museum aber schon zu bei unserer Ankunft 


geschlossen. Bei schönem Sonnenschein geniessen wir den Abend und morgen geht es weiter auf der E39 mit einem Goodie für Mami & Daniela und später einem Goodie für die Männer.



N-Aurland - Die Nacht in Nordfjordeid war richtig entspannt, zumindest nachdem wir unser temporäres Haustier, eine Möwe namens Emilio, wieder los geworden waren. Gut gelaunt sind wir in den Tag gestartet und haben uns auch ebenso munter auf den Weg gemacht. Das erste Ziel immer klar vor Augen. Nach einer kurzen Fährfahrt, sind wir in Skei, im Juleshop angekommen. Der Juleshop ist immer eine kleine Besonderheit. Wir können nicht an dem Souvenirshop vorbei, ohne rein zu gehen und erst recht nicht, ohne gefüllte Taschen wieder raus zu kommen. Nicht nur das Sortiment ist schuld, sondern auch der nette ältere Norweger, welcher, gemäss eigener Aussage, im 1959 in der Schule noch Deutsch lernen musste. Er begrüsst uns mit Handschlag und erzählt sogar von seiner lieben Frau, welche erkrankt sei. Ja, wir haben sie bei früheren Besuchen noch kennen gelernt. Mami & Papi ergeht es ähnlich wie uns. Auch sie können nicht, ohne Einkauf das Geschäft verlassen. Schön, dass es nicht nur uns so geht.

 

Ein Stück weiter, machen wir an einem richtig hübschen See Mittagspause. Bei herrlichem Wetter, geniessen wir die Landschaft


und fahren dann dem ganzen See entlang weiter, bis nach Førde. Dort wird es kurzfristig etwas hektisch, weil wir versuchen LPG für unseren Bobi aufzutreiben. An der einen Tankstelle werden wir an die nächste Tankstelle verwiesen, was sich mit Bobi und Carado im Schlepptau etwas schwieriger gestaltet, als gedacht. Schliesslich haben wir unsere WoMo's aber so gekehrt und gewendet, dass wir den Weg auf die Hauptstrasse wieder finden. Ebenso entdecken wir einen Rema 1000 für die täglichen Einkäufe.

 

Es stellt sich die Frage, ob wir schon hier bleiben wollen oder doch 


zum geplanten Campingplatz weiterfahren sollen. Die Carado-Crew ist ganz klar für eine Weiterfahrt, denn schliesslich haben wir eine Fahrt durch den Lærdaltunnel versprochen und das soll auch gehalten werden. Durch viele kleinere und längere Tunnels und einer weiteren Fährfahrt, stehen wir schliesslich am längsten Autotunnel der Welt und nehmen die 24.5 Kilometer unter die 10 Räder. Die drei beleuchteten Hallen sind das Tüpfelchen auf dem i. Direkt nach dem Tunnel, checken wir auf einem Campingplatz ein, wo wir schon einmal mit Jelly übernachtet haben. Bei schönstem Sonnenschein geniessen wir den Abend.



N-Fagernes - Selten sind Daniela und Wilson so schlecht aus den Federn gekommen, wie heute früh. Daniel hingegen springt auf, wie ein Gummiball und ist sofort wach und munter. Um den Kreislauf anzukurbeln, geht Daniela erst einmal das Abwasser wegtragen, da das leeren gestern nicht mehr möglich war. Daniel bereitet in der Zwischenzeit ein leckeres Frühstück vor.

 

Für den heutigen Tag ist nur eine kurze Fahrstrecke vorgesehen aber wir wollen nicht schon früh auf dem Campingplatz stehen. Deshalb entscheiden wir uns für eine zweite Durchfahrt des Lærdaltunnels, angeführt von der Carado-Crew und einen anschliessenden Besuch der Stabkirche von Borgund. Den Eintritt haben wir rasch bezahlt und machen uns sogleich schlau über die alte Holzkirche. Nach der Theorie folgt die Praxis. Wir schauen uns das alte und erstaunliche Bauwerk ehrfürchtig an. Was man uns nicht extra sagen müsste und ganz klar ist - nichts berühren, keine Hunde, keine Drohnen, Fotos ja aber nur ohne Blitz und nur für private Zwecke und das alles nur mit Sticker/Ticket auf der Kleidung. Scheint nicht so, dass sich alle daran halten, auch wenn Mitarbeiter überall anwesen sind. Uns persönlich


gefällt die Stabkirche Heddal ehrlich besser. Sie scheint irgendwie liebevoller gepflegt zu werden.

 

Übers Fjell, vorbei an Fossen und entlang des Kongvegen, fahren wir bis nach Fargenes, wo Daniel einen schönen Stellplatz, bei einem Campingplatz, direkt am Strondalfjorden herausgesucht hat. Das Einchecken ist wieder einmal norwegisch freundlich und einfach. Mit unseren Datenkarten sind wir natürlich auch immer vorbereitet, um es dem Campingbetreibern so einfach wie möglich zu machen. Wir bekommen zwei super schöne Parzellen nebeneinander, direkt am


See. Besser geht es gar nicht. Hier machen wir uns gerne einen gemütlichen Samstag mit einem schönen Spaziergang auf die kleine Insel im See und gemütlichen WoMo-Stunden zu zweit und/oder zu viert. Wir planen, wie es weiter geht und freuen uns schon auf den morgigen Sonntag.



N-Odda - Leise tropft schon am Morgen der Regen auf's WoMo-Dach. Heute bekommen wir wohl nur "schönes" Wetter in Norwegen. Schade, den geplant ist eine Fahrt über die Hardangervidda.

 

Nach dem wir den Campingplatz  verlassen haben, geht es sofort bergaufwärts. Kilometer für Kilometer kommen wir der berühmten Hochebene entgegen. Wir haben schon Angst, dieses Mal gar nichts von der urgewaltigen Natur zu sehen. Doch wir haben Glück, als wir ganz oben ankommen. Wir sind durch den dicken Nebel hindurch und können die Berge weit herum sehen, leider ohne Sonne. Trotzdem ist es für uns einmalig schön.

 

Immer mehr WoMo's kommen uns entgegen. Der Parkplatz am Vøringsfossen ist komplett überfüllt. Da fahren wir lieber weiter nach Eidfjord, wo bei Bjørn Lægreids Bilberging-Service ganz schön viel los ist. In Eidfjord tummeln sich die asiatischen Touristen. Wir verbringen die Mittagspause lieber ausserhalb, mit Blick auf die Hardangerbrua. Eine, mit 1380 Metern Länge, der grössten Hängebrücke der Welt.


Danach fahren wir weiter und biegen im beleuchteten Tunnelkreisel Richtung Odda ab. 

 

Die letzten 60 Kilometer sind ein bisschen haarig. Es gibt immer wieder schmale Teilstücke. Wir kennen die Stecke zum Glück schon ein wenig. Daniel und Bobi wissen genau, wo man halten kann und wo man besser Gas gibt, um den Verkehr nicht zu blockieren. Papi, im Carado, macht ebenso einen super Job und weiss, wo er aufschliessen und wo zurückbleiben muss.

 


In Odda angekommen ist sofort klar - wer Thord Paulsen kennt, schläft einmal im Leben auf dem völlig überteuerten Stellplatz im Städtchen, welches wirklich nicht hübsch ist. Eine zweite Übernachtung braucht es nicht. Aber beim Spaziergang bekommen wir tatsächlich noch die schönen Trucks von Odda Bilberging, aus der TV-Serie Ice Road Rescue zu sehen und Thord Paulsen winkt uns aus einem Auto zu. 

 

Wir verbringen einen regnerischen Abend im warmen WoMo und lassen es uns gut gehen. Hoffentlich bringt der Regen noch ein wenig Wasser in den Låtefossen, welchen wir uns morgen anschauen wollen.