Die Nacht in Reugny war sehr ruhig. Jedenfalls bis um 04:50 Uhr die Müllabfuhr kam, welche vor der Schranke, mit lautem Piepen, den LKW wenden musste. Daniela schreckte auf, weil sie dachte, dass der Wecker los geht und wir zur Arbeit müssen. Morgenstund hat aber bekanntlich Gold im Mund, so sind wir dann auch bei Zeiten aufgestanden und noch im Dunkeln auf den Heimweg.
Eigentlich wollten wir auf dem direkten Weg, inklusive Mautstrassen zurück in die Schweiz. Zumal ja der Transponder aktiviert und die Jahrsgebühr auch schon abgebucht wurde. Das erste Teilstück im Nebel lief reibungslos. Irgendwann kamen wir auf die "Flux-Route", wo man höllisch aufpassen muss, dass man die Maut bezahlt. Mit unserem Chip ist dies kein Problem. Hat man keine Maut-Box, muss man, innerhalb von 72 Stunden, die Maut via App, Online oder an einer der Zahlstellen auf den Raststätten bezahlen.
Während wir so fahren, hören wir plötzlich ein Geräusch auf der Fahrerseite. Ein, mehr oder weniger, regelmässiges klopfen. Wir dachten zuerst an einen Stein im Pneu oder haben wir uns einen
Nagel eingefahren? Daniel steuert die nächste Raststätte an. Wir kontrollieren Bobi. Daniela geht ans Steuer, schlägt die Räder voll ein und fährt langsam in die eine und dann in die andere Richtung, während Daniel die gesamte Lauffläche der Pneus kontrolliert. Wir finden nichts. Wir trauen der Sache nicht und entscheiden uns, über Land aber auf direktem Weg in die Schweiz zu fahren. Sicher ist sicher. Manchmal hören wir das Geräusch leise, manchmal wieder nicht.
Wir fahren Richtung Pontalier, zuerst durch den dicken Nebel und
irgendwann bekommen wir tatsächlich die Sonne noch zu Gesicht. Da ist das Geräusch wieder. Es hört sich aber nicht nach einem Fahrzeug- oder Motorenproblem an. Was ist das nur. Daniela denkt, sie habe die Sani-Klappe am Morgen nicht richtig geschlossen oder die Metallhalterung habe sich vielleicht gelöst. Daniel hält noch einmal an und siehe da - er findet das Problem sofort. Die eine Schürze, vorne zwischen Vorderrad und Aussenschublade ist lose. Ein Stück der Metallhalterung hat sich, durch Korrosion, Abnutzung oder durch die Erschütterungen bei all den Bodenschikanen, gelöst bzw. ist gebrochen. Dadurch hat die Schürze, bei schnellerer Fahrt, geflattert und geklopft. Wir sind beruhigt, dass es nichts Schlimmeres ist und fahren, über eine wunderschöne Route, zurück in die Schweiz.
In der Schweiz geht es zügig voran. Wir kommen gut am Bielersee vorbei, Richtung Bern, Solothurn und nach Zürich. Ohne Stau, was aussergewöhnlich ist auf dieser Strecke, machen wir sogar noch Zeit gut und sind nach 16:00 Uhr wieder in der Halle.