Frankreich / Spanien - Weihnachtsreise

22. bis 25. Dezember 2016



Baumes-les-Dames - Es ist soweit. Frankreichs Atlantikküste Teil 2 steht vor der Türe. Zum Glück können wir es dieses Jahr nochmals einrichten, dass wir gemeinsam Ferien nehmen und für 11 Tage auf Tour gehen können. Mit unserer Familie haben wir schon ein bisschen Weihnachten vorgefeiert. 

 

Um 15:45 starten wir Jelly’s Motor in Bubikon. Da wir bereits am Vorabend eingeheizt haben, fahren wir zuerst nach Lachen um den LPG-Tank wieder zu füllen. Anschliessend wird Wasser in Herrlisberg getankt. Wir müssen ja auch noch testen, ob die neu eingebaute Wasserpumpe auch richtig funktioniert. Zum Glück gibt es heute keinerlei Probleme und wir machen uns gutgelaunt auf den Weg Richtung Basel. 

 

Kurz vor Pratteln gibt es dann aber doch noch eine einstündige Verzögerung wegen eines Unfalls. Wie wir aus dem Radio vernehmen, waren vier Fahrzeuge darin verwickelt. Wir bekommen davon zum Glück aber nicht mehr viel mit, ausser Fahrzeugschlangen, die sich daran versuchen, Rettungsgassen zu bilden und das


Reissverschlussverfahren anzuwenden. Uns kümmert der Stress der anderen nicht. Wir haben Ferien, wir haben Zeit. 

 

Unseren Stellplatz in Frankreich/Baume-les-Dames direkt an der Doubs gelegen, erreichen wir um 20:45 Uhr, natürlich bereits im Dunkeln. Wir sind schon gespannt, was wir morgen im Tageslicht alles entdecken. Zuerst geniessen wir jetzt aber einen gemütlichen Abend – selbstverständlich mit dem obligatorischen Stellplatz-Röteli. Gute Nacht und süsse Träume! 




Préfailles - Noch nicht richtig im Ferienmodus angekommen, haben uns die Jungs um 06:00 Uhr geweckt. Da wir aber ein grosses Tagesziel vor Augen hatten, machten wir uns deshalb gleich ans Frühstück und sattelten um 08:15 Uhr unseren Jelly. Vorbei an Besançon fuhren wir Richtung Dijon, vorbei an Orleans, durch Tours nach Angers und Nantes, um an unseren letzten Meerstellplatz von der Oktoberreise in Préfailles zu gelangen. Schliesslich wollen wir die ganze Westküste Frankreichs bereisen. Wir wechselten uns auf den 862 Kilometer im 1.5-Stunden-Tankt ab. So hatte auch Daniela die Gelegenheit ein bisschen mehr WoMo-Routine zu bekommen, indem sie zwei Mal 170 Kilometer fuhr, obwohl Daniel ja immer wieder betont, dass Daniela dies super gut macht. Zum Glück hat Daniela die Streckenabschnitte bekommen, wo die anständig fahrenden Franzosen unterwegs waren. Daniel hatte dann doch die eine oder andere Begegnung der unheimlichen Art mit drängelnden und Vortritt klauenden französischen Verkehrsteilnehmer. Anders als im Oktober, scheinen einige ziemlich gestresst zu sein. Ob das an den bevorstehenden Feiertagen liegt?


Nachdem wir in Angers noch ein paar Lebensmittel im Super U besorgt hatten und uns Daniel sicher aus dem abenteuerlichen Parkplatz zurück auf die Strasse gebracht hatte, fuhren wir die letzten Kilometer bis Préfailles durch den bereits dunklen Abend. Wie erwartet haben wir einen leeren Stellplatz vorgefunden. Schade eigentlich, denn der neu angelegte Platz liegt wirklich schön in Meeresnähe. Bei angenehmen 11 Grad lässt sich der Abendspaziergang mit den Jungs auch geniessen. Nun freuen wir uns auf etwas Warmes zum Essen und eine bestimmt ruhige und erholsame Nacht. 




La Faute-sur-Mer - Der heutige Start in den Tag war richtig gemütlich. Ohne Eile und ohne viel Strecke hinter uns bringen zu wollen, genossen wir den neuen Morgen in Préfailles. Nach dem Frühstück, versorgten wir unseren Jelly und machten uns dann auf die Suche nach Meer, welches wir auch schon bald entdeckten. 

 

Eigentlich hatten wir bereits eine Route vorgeplant aber das Schöne am WoMo ist, dass man sich immer wieder anders entscheiden kann. So entschieden wir uns die Ile de Noirmoutier zu befahren. Über eine Brücke gelangt man auf die hübsche Insel. Bestimmt ist hier im Sommer alles von Touristen überfüllt. Jetzt, im Dezember, sind die Strände menschenleer und einfach nur wunderschön zu besuchen. Da wussten wir allerdings noch nicht, welcher Traumstrand wir heute noch antreffen werden. 

 

Nach dem wir durch ein paar total verwaiste Touristendörfchen mit Vergnüngungsmeilen gefahren sind, ohne eine Menschenseele zu sehen, fanden wir einen unscheinbaren Abzweiger zu einem Strand, welcher sich wirklich als Glückgriff erwies. Kurz vor Sion-sur-l’Ocean


fanden wir hinter den Dünen einen endlos scheinen Sandstrand mit einer wilden und laut rauschenden Meeresbrandung. Es war ein riesen Spass für die Hunde und für uns einfach traumhaft schön, die 16 Grad der wärmenden Wintersonne und die wohlriechende Meeresluft zu geniessen. 

 

Nach total 232 km Tagesfahrt kamen wir an unserem heutigen Ziel in La Faute-sur-Mer an. Erneut ein Camping-Car-Park-Stellplatz, mitten im Dorf, ca. 500 Meter vom Meer entfernt und trotzdem total ruhig gelegen. Dies ist ein perfektes Plätzchen Erde, um den heiligen Abend zu verbringen. Frohe Weihnachten und joyeux Noël! 




Azur - Frohe Weihnachten! Wir haben etwas länger geschlafen und sind ruhig in den Weihnachtstag gestartet. Wir haben bemerkt, dass wir besser vorankommen als gedacht und unsere Reiseroute deshalb ein bisschen erweitern müssen. Wir machen uns auf den Weg Richtung La Rochelle. Die Altstadt von La Rochelle ist wirklich beeindruckend. Wir sehen uns das Städchen an und fahren dann nach Royan weiter. 

 

Von Norwegen her, sind wir uns das Fährenfahren gewohnt. Schon beim Anlegen der Fähre wird uns beiden aber ein bisschen mulmig. Wir machen unsere Spässe über die ankommenden Fahrzeugfahrer, die ein bisschen grün im Gesicht zu sein scheinen. Tatsächlich schwankt die Fähre bedrohlich an der Anlegestelle. Aber natürlich fahren wir mutig mit. Beim Warten haben wir uns ein „Plättli“ für die Überfahrt vorbereitet. Im Rumpf der Fähre lesen wir dann, dass eigentlich alle Passagiere an Deck müssen. Wir wollen Wilson und Olly aber nicht alleine im stark schwankenden Rumpf der Fähre zurücklassen und verkriechen uns daher mit ihnen im Bett unseres WoMo’s. Das merkt keiner. Schneller als gedacht haben wir dann auch


wieder sicheren Boden unter Jelly’s Rädern. Im Vergleich zu den Fjordfähren in Norwegen war diese Fahrt aber echt abenteuerlich. 

 

Unsere Route führt uns durch endlos scheinende Pinienwälder. Auf kilometerlangen geraden Strassen gibt es nichts weiter als Wälder, Wälder und nochmals Wälder. Da wir schnell südwärts vorankommen, wollen wir uns heute auch noch die Dune du Pilat anschauen. Wir klettern auf die riesige Wanderdüne und bestaunen das weitreichende Panorama. Wilson und Olly entdecken dagegen den riesigen Sandhaufen als obercoolen Spielplatz. Kurz bevor es eindunkelt, sind wir zurück im Jelly und entschliessen, bis um ca. 20:00 Uhr noch weiter zu fahren, um auf den nächsten Aire de Camping Car Park-Stellplatz in Azur zu gelangen. So haben wir den idealen Ausgangspunkt für den morgigen Tag.