TRAUMREISE ANS NORDKAPP (TEIL 4)

27. Juni bis 02. Juli 2016



Simonsberg - Gestern hat Daniel noch einen Ferienrekord aufgestellt – 891 Kilometer am Tag! Wir sind noch bis tief in die Nacht hinein gefahren. Die beiden Brücken von Schweden nach Dänemark und die zweite innerhalb Dänemark waren atemberaubend. Der Sonnenuntergang über dem Meer hat uns ein unbeschreibliches Licht gezaubert. Die Windverhältnisse waren optimal und das riesige Contaienrschiff, welches unter der Brücke durch fuhr, brachte uns zum Staunen. Leider waren dann zwei Stellplätze in Fredericia schon besetzt. Beim Dritten, den wir um 00:30 anfuhren, hatten wir dann Glück und fanden noch ein Plätzchen zum Schlafen. 

 

Heute Morgen war unsere Überraschung gross. Gestern hatten wir gar nicht mehr gesehen, wo wir da gelandet waren. Direkt am Hafen, riesige Containerschischiffe, Tanker, Lotsenboote, die Brücke mit dem Leuchtturm im Hintergrund bieten uns ein wahnsinniges Panorama. 

 

Um 11:00 Uhr geht es weiter Richtung Flensburg. Bald sind wir in Deutschland, ohne es zu bemerken. Den Zoll hatten wir gar nicht 


gesehen. Wir kaufen noch rasch ein paar Sachen ein und suchen uns einen Stellplatz im Norden von Deutschland. Heute soll es einen langen gemütlichen Abend geben. Wir finden im Navi den Stellplatz Nordseecamping zum Seehund in Simonsberg bei Husum. Ein absoluter Glückgriff für uns. Strom, Wasser und sogar Abwasser direkt an jedem Stellplatz, Brötchenservice und sogar Sauna und Wellness wären möglich. Hier können wir es uns richtig gut gehen lassen. 




Stolzenau / Leese - Der Tag auf dem „Seehund-Stellplatz“ hat uns richtig gut getan. Allen Comfort geniessen und einen Tag mit nur kurzer Fahrt hat zwischen durch einmal auch seinen Reiz. Am Morgen kommt dann allerdings zuerst einmal der Pannendienst auf den Platz. Zum Glück nicht wegen uns, aber wegen einem gut bekannten Problem. Dem Van auf dem Stellplatz neben uns, ging die Hauptsicherung hops. 

 

Nach dem Ver- und Entsorgen machen wir uns dann auf den Weg. Heute möchten wir so wenig wie möglich auf der Autobahn unterwegs sein. Wir fahren Richtung Glückstadt los und wollen nochmals die Fährenfahrt über die Elbe geniessen, welche wir schon auf unserer Weihnachtsreise erlebt haben. Erneut sind wir total begeistert von den riesigen Container- und Frachtschiffen. Man kommt sich richtig winzig vor. 

 

Nach ein paar Einkäufen für das Abendessen, machen wir uns wieder einmal auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Der erste 


angefahrene Platz hat uns überhaupt nicht gefallen. Beim zweiten Platz in Leese an der Weser haben wir mehr Glück. Direkt am Wasser gefällt es uns richtig gut. Bereits kurz nach unserer Ankunft, kommt auch schon ein Streifenwagen bei uns vorbei. Die beiden netten Polizisten plaudern kurz mit uns über Wilson und Olly und das Campen. Fast unauffällig wird unsere Fahrzeugnummer überprüft, dies aber so charmant, dass man der deutschen Polizei wirklich ein Kompliment aussprechen muss. Für uns Wohnmobilisten ist es ja auch beruhigend, dass die Gesetzeshüter ein Auge auf die parkenden Fahrzeuge halten. So schläft es sich gleich nochmals so gut im WoMo. 




Attendorn - Erneut werden wir heute früh um 05:30 Uhr vom heftigen Regen geweckt. Daniela muss sich zuerst einmal orientieren, wo wir eigentlich gerade sind. In der letzten Zeit hat man so viel von Hochwasser gehört, dass wir zur Sicherheit kurz nach draussen schauen, wie hoch der Wasserstand der Weser ist. Nachdem wir uns aber einen Überblick verschafft haben, entschliessen wir uns, dass wir beruhigt nochmals ein Nickerchen halten können. 

 

Ohne Ziel machen wir uns irgendwann wieder auf den Weg. Leider haben wir jetzt fast ein bisschen zu viel Zeit für die Fahrt Richtung Süden. Die Zeit, die wir in Norwegen gut brauchen hätten können. Mit dem Ziel 20.06.2016 am Nordkapp ankommen, haben wir aber genau richtig geplant. Wir würden dies immer wieder so machen. 

 

Gegen 16:00 Uhr haben wir dann doch noch ein Plätzchen in Attendorn gefunden. Direkt bei einer Tropfsteinhöhle „Atta Höhle“, finden wir was wir an Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten benötigen. Irgendwie kommt einen das städtische Leben mit Sirenen, Autobahnen und Hotels ziemlich beengend vor, wenn man vor ein paar Tagen noch die wunderschöne weiter Natur, die Fjorde, 


Felder, Hügel und all die freilebenden Tiere gesehen hat. Wir merken, wie die Autofahrer hier unten wieder viel aggressiver unterwegs sind und das Gedrängel und Gehetze der Menschen spürbar zunimmt. Wir hoffen, dass wir ein bisschen der Ruhe und der Gelassenheit mit nach Hause und in den Alltag mitnehmen können. 




Guntersblum - Der Stellplatz in Attendorn war ein bisschen speziell, was die Abreise anbelangt. Da die Atta-Höhle erst um 10:00 Uhr öffnet, waren wir so gezwungen den Tag etwas ruhiger angehen zu lassen. Denn vor Türöffnung der Höhle, gibt es auch keinen Chip für den Durchgang der Schranke zur Abreise. 

 

Eigentlich wollten wir den Campingplatz in Boppard, direkt am Rheinufer anfahren und dort ein bis zwei Tage zum Abschluss der Reise verbleiben. Leider ist der Platz aber wegen des Hochwassers geschlossen. Die weitere Suche eines Stellplatzes entlang des Rheins hat sich ähnlich schwierig gestaltet. Schlussendlich hat es uns nach Guntersblum, nördlich von Worms, verschlagen. Hier haben wir den ganzen Platz für uns alleine. 

 

 

Je näher wir der Schweiz kommen, desto schwieriger wird es, den Tagesbericht zu schreiben. Natürlich freuen wir uns alle auf Zuhause aber ein bisschen Wehmut und Fernweh spielt natürlich auch mit. Es wird für uns alle schwierig werden, nach drei Wochen WoMo, wieder in den normalen Alltag zurück zu kehren. Drei Wochen haben wir 


auf engstem Raum verbraucht, und es wurde dabei nicht einmal zu eng. Wir sind total begeistert, wie toll unsere beiden Jungs, Wilson und Olly, sich hier eingelebt haben. Dass sie das WoMo-Fahren lieben, war uns vorher schon klar. Trotzdem sind drei Wochen am Stück nochmals eine ganz andere Geschichte. Immer sitzen die beiden ganz nah beisammen, spielen wenn es nach draussen geht aber vor allem suchen sie immer wieder die Nähe zu uns. Am Liebesten sitzen sie sogar während der Fahrt auf dem Schoss und kuscheln sich ein. Wie es wohl sein wird, wenn wir wieder zuhause sind? Werden sie sich einfach wieder umstellen können oder werden sie das nahe „Rudelleben“ vermissen? Wir sind jedenfalls froh, dass Wilson und Olly genauso gerne on Tour sind wie wir und sind riesig stolz auf unsere beiden Jungs! Welcher Hund aus Rüti kann schon von sich behaupten, dass er über den Polarkreis hinaus ist, geschweige denn am Nordkapp war?! 




Blumberg - Herrliches Wetter, wie schon bei unserer Abreise. Einen hübschen Stellplatz in Blumberg, für den letzten Abend. Einen frühen Abend, um den letzten Ferientag richtig geniessen zu können. Und trotzdem merkt man uns allen an, dass die Ferien nun doch vorüber sind. Wir sitzen im Jelly, sortieren unsere Funde aus den vielen verschiedenen Ländern. Zu jedem Mitbringsel, ob Steine vom Polarkreis und Nordkapp, Gedenk-Coins von den vielen besuchten Orten oder Muscheln, die wir an den Stränden gefunden haben, gibt es eine Geschichte oder ein paar Gedanken. Nein wir sind wirklich keine Souvenierjäger aber was wir an Erinnerungen mit nach Hause nehmen ist enorm. 

 

Erst morgen, am Samstag, können wir Bilanz ziehen und errechnen, wie viele Kilometer es schlussendlich geworden sind. Vermutlich ist es auch ein bisschen wahnsinnig, eine solche Reise in nur drei Wochen zu unternehmen. Oft hätten wir gerne mehr Zeit gehabt, um an Orten länger zu bleiben, zu erkunden und zu erleben. Leider war dies nicht möglich aber wir kommen mit der Sicherheit zurück, dass 


wir nicht zum letzten Mal in Skandinavien und im Speziellen in Norwegen waren. Wir werden bestimmt mit noch mehr Zeit dorthin zurückkehren und wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Tour. 




Bubikon - Die Endgültigkeit des Endes unserer Nordkapp-Reise sehen wir am heutigen Morgen. Selbst der Himmel weint und uns geht es nicht anders. Die Tage, die wir zusammen verbracht haben, waren wunderschön und zeigten uns, dass wir vier ein eingespieltes Team sind und einfach zusammen gehören. 

 

Ohne, dass wir ver- oder entsorgen müssen verlassen wir unseren letzten Stellplatz in Blumberg. Schliesslich gibt es auch ein Ritual für das nach Hause kommen. An der deutsch-schweizerischen Grenze werden wir nach Importen gefragt, verschweigen jedoch unsere mitgeführten Elche, Rentiere, Trolle und das Huskyrudel. Spass bei Seite. Da wir mit unserem Jelly einen absoluten Glückgriff gemacht haben, werden wir noch sehr sehr oft unterwegs sein und brauchen keine riesigen Berge an Mitbringsel aus dem Ausland mit zu führen. Wir haben bemerkt, dass die Produkte so oder so nur in den entsprechenden Ländern viel besser schmecken. 

 

Wie üblich entsorgen wir unser Frisch- und Abwasser am Rastplatz Herrlisberg und füllen LPG und Diesel in Lachen bei der Oil-


Tankstelle nach. Wir wollen schliesslich vorbereitet sein für unseren nächsten gemeinsamen Trip mit Jelly. Die letzten Kilometer verlaufen fast sprachlos. Man merkt uns allen an, dass wir in die falsche Richtung fahren. Auch die eine oder andere Träne kullert. 

 

Für alle, die uns auf dieser Reise hier auf unserer Homepage begleitet haben: 

 

 

„Herzlichen Dank für Euer Interesse und bitte nicht vergessen – wir gehen wieder auf Tour“